»News und Infos

 

Berechtigungen für alte Führerscheine

Zulassungsdokumente seit 1. Oktober 2005

Warnwestenpflicht in Deutschland und Europa

Änderungen im Verkehrsrecht 2015

20 Rechtsirrtümer im Straßenverkehr

Punktereform und das neue Fahreignungsregister ( FAER ) seit 01.05.2014

 

 

Berechtigungen für alte Führerscheine

Es gab in den letzten Jahren immer wieder Änderungen in der Klassifizierung der Fahrererlaubnisse. Es gibt eine Fülle von Einschlussregelungen für alte Führerscheine, wobei einige für Zweiräder unten aufgeführt sind. Für ehemalige DDR-Führerscheine gibt es Sonderregelungen, die beim Straßenverkehrsamt zu erfragen sind.
- Die vor dem 1. Dez. 1954 in den Klassen 1,2,3, oder 4 erteilte Fahrerlaubnisse, berechtigen das   Führen von Kraftfahrzeugen von mehr als 50 ccm, aber nicht    mehr als 700 ccm, bei Krafträdern nicht mehr als 250 ccm.
- Die vor dem 1. April 1980 in den Klassen 2,3, oder 4 erteilte Fahrerlaubnisse, berechtigen auch   das Führen von Leichtkrafträdern, jetzt Klasse A1.
- Die vor dem 1. Mai 1980 in der Klasse 5 erteilte Fahrerlaubnisse, berechtigen auch das Führen von  Kleinkrafträdern und Fahrräder mit Hilfsmotor,

jetzt Klasse AM           

 

 

 


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Zulassungsdokumente seit 1. Oktober 2005

Seit dem 1. Oktober 2005 gelten neue Dokumente für die Fahrzeugzulassung:
- die Zulassungsbescheinigung Teil I ersetzt den bisherigen Fahrzeugschein

 - die Zulassungsbescheinigung Teil II ersetzt den bisherigen Fahrzeugbrief

Die bisher ausgegebenen Fahrzeugpapiere behalten ihre Gültigkeit. Bei Neuzulassung und bei jeder Änderung der Fahrzeugpapiere gibt die Behörde allerdings nur noch die neuen Dokumente aus. Das betrifft z. B. die Ummeldung, den Halterwechsel oder die Eintragung technischer Änderungen.
Für die geplante Einführung einer Chipkarte steht derzeit noch kein Termin fest.

Unberührt bleiben die Verpflichtungen, dass die Zulassungsbescheinigung Teil I - wie bisher der Fahrzeugschein - bei allen Fahrten mitzunehmen ist und die Zulassungsbescheinigung Teil II - wie bisher der Fahrzeugbrief - als Nachweis des Eigentums dient und sicher aufbewahrt werden sollte.

Grund für die Änderung ist eine EU-Richtlinie, die für eine vereinfachte Lesbarkeit im grenzüberschreitenden Verkehr und für mehr Fälschungssicherheit sorgen soll. Diese Vorgaben sollen erreicht werden durch EU-einheitliche Identifizierungscodes und durch Sicherheitsmerkmale im Papier und auf der Oberfläche. Die Zulassungsbescheinigung Teil I erhält eine fortlaufende Registrierungsnummer, wodurch sich gestohlene Dokumente besser identifizieren lassen, die Zulassungsbescheinigung Teil II enthält aus Datenschutzgründen nur noch zwei statt bisher sechs Haltereintragungen.


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Warnwestenpflicht in Deutschland und Europa

 

 

 

Seit 01.07.2014 besteht in Deutschland eine allgemeine Warnwestenpflicht: In jedem Fahrzeug muss unabhängig von der Zahl der mitfahrenden Personen eine Warnweste vorhanden sein. Die Weste in rot, gelb oder orange muss der DIN EN 471 bzw. der EN ISO 20471:2013 entsprechen.

Die neue Regelung betrifft alle in Deutschland zugelassenen Pkw, Lkw und Busse; Motorräder und Wohnmobile bleiben ausgenommen. Der Fahrer ist verpflichtet die Weste bei einer Kontrolle vorzuzeigen und zur Prüfung auszuhändigen. Bei einem Verstoß droht ein Verwarnungsgeld.

 

 

Warnwesten- und Lichtpflicht in Europa

Seit dem 1. Juli 2014 müssen Autofahrer auch in Deutschland eine Warnweste in ihrem Fahrzeug dabei haben. Wer bei einer Kontrolle keine Weste vorzeigen kann, dem drohen 15 Euro Bußgeld. Wenn du mit dem Auto in den Urlaub reist, solltest du auch eine Weste dabei haben, denn auch in vielen europäischen Ländern muss eine reflektierende Weste im Auto mitgeführt oder beim Verlassen des Fahrzeugs, etwa nach einer Panne, getragen werden. Das gilt in Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien, Luxemburg, Norwegen, Österreich, Portugal, Slowenien, der Slowakei, Spanien und Ungarn. Die Strafen für Zuwiderhandlung können in den einzelnen Ländern ziemlich hoch sein. In Frankreich musst du mit mindestens 90 Euro, in Portugal sogar mit einem Bußgeldbetrag zwischen 60 und 600 Euro rechnen.

Neben der Verpflichtung eine Warnweste dabei zu haben oder diese zu tragen, gibt es in insgesamt 22 europäischen Ländern ganzjährig eine Lichtpflicht tagsüber. Seit diesem Jahr gilt das auch für die Schweiz, die bisher zwar eine Empfehlung, aber keine Verpflichtung ausgesprochen hatte. In Deutschland und Frankreich gibt es keine Lichtpflicht, aber die Empfehlung, auch am Tag mit Licht zu fahren. Besonders teuer kann es ohne Licht in Norwegen werden: Hier drohen Bußgelder ab umgerechnet 245 Euro.


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Änderungen im Verkehrsrecht 2015


Änderungen im Verkehrsrecht 2015

 

Mehr Schutz, mehr Service, mehr Sanktionen: Im neuen Jahr gibt es jede Menge Änderungen für  dich als Autofahrer oder Reisender im In- und Ausland

Mehr Verbraucherschutz, weniger Bürokratie, mehr Service – aber auch mehr Sanktionen und höhere Bußgelder: Auch im neuen Jahr treten im In- und Ausland wieder etliche Neuerungen für Verkehrsteilnehmer und Reisende in Kraft. Wir haben die wichtigsten Änderungen für 2015 zusammengestellt:

·                                 Kennzeichen-Mitnahme bei Wohnortwechsel: 

·                                
Zum 1. Januar 2015 wird die „Pflicht zur Umkennzeichnung von Fahrzeugen bei Umzug“ aufgehoben. Innerhalb Deutschlands können Autofahrer künftig bei einem Wohnortwechsel das Kennzeichen des „alten“ Wohnortes einfach behalten. Erst bei einer Neuzulassung eines Autos muss bei der Zulassungsstelle ein neues Kennzeichnen des „neuen“ Wohnortes beantragt werden

 

·                                 Online-Abmeldung von Fahrzeugen: 

·                                
Wenn du ab 2015 ein Fahrzeug anmeldest und damit einen neuen Fahrzeugschein erhälst, kannst du dir bei einer künftigen Abmeldung den Gang zur Kfz-Zulassungsstelle sparen. Durch das Freirubbeln verdeckter Felder auf den Kennzeichen und im Fahrzeugschein werden Codes sichtbar, die von dir ins Internet eingegeben werden müssen, um so das Fahrzeug abzumelden. Erst ab 2016 ist auch die Wiederzulassung online möglich.

 

·                                 Modellversuch section control: 

·                                
Ab Frühjahr 2015 plant Niedersachsen den ersten bundesweiten Pilotversuch für „Strecken-Radar“, im Fachjargon auch „section control“ genannt. Bei diesem Modellprojekt wird das Tempo auf längeren Streckenabschnitten gemessen – im konkreten Fall auf der B6 auf einem drei Kilometer langen Abschnitt. Jedes Fahrzeug wird zu Beginn sowie am Ende der Radarstrecke elektronisch erfasst. Daraus wird die durchschnittlich gefahrene Geschwindigkeit errechnet. Bei Tempoverstößen gibt es ein Frontfoto.

 

·                                 Vorfahrt für Elektrofahrzeuge und Carsharing: 

·                                
Ab Mitte 2015 sollen Elektrofahrzeuge und Teilnehmer von Carsharing-Projekten Vorteile im Straßenverkehr erhalten. Wer auf Strom zur Fortbewegung setzt, soll bevorzugt parken und ausgewiesene Busspuren benutzen dürfen. Für Carsharing-Projekte sind kostenlose Sonderparkplätze geplant.

 

           Vignettenpreise in Österreich steigen: 

·                                
Die Preise für Vignetten werden in Österreich an den Verbraucherpreisindex angepasst – und damit um 2,1 Prozent teurer. Das bedeutet für 2015: Die Pkw-Jahresvignette kostet neu 84,40 Euro (bisher 82,70), die Zwei-Monats-Vignette neu 25,30 Euro (bisher 24,80), die Zehn-Tages-Vignette neu 8,70 Euro (bisher 8,50). Angehoben werden auch die Preise für die Motorrad-Vignetten.

 

·                                 Alternative Streitbeilegung: 

Spätestens ab 9. Juli 2015 soll es in allen EU-Mitgliedsstaaten außergerichtliche Streitbeilegungsstellen geben. Sie stehen bei innerstaatlichen sowie grenzüberschreitenden Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und Unternehmern zur Verfügung – etwa bei Streitigkeiten aus dem Kauf von Waren oder der Inanspruchnahme von Dienstleistungen.

 

·                                 Gerichtsurteile europaweit unbürokratischer vollstreckbar:

·                                
Ab 10. Januar 2015 werden Entscheidungen nationaler Gerichte in allen anderen EU-Mitgliedsstaaten anerkannt und auch vollstreckt – ohne dass es einer zusätzlichen Vollstreckbarerklärung bedarf. Gleiches gilt im Grundsatz auch für öffentliche Urkunden und gerichtliche Vergleiche.

 

·                                 eCall: 

·                                
Im Lauf des kommenden Jahres soll die Verordnung für das automatische Notrufsystem eCall verabschiedet werden. Darin ist als Einführungstermin der 1. Oktober 2017 vorgesehen. Ab diesem Zeitpunkt müssen nach und nach alle in der EU verkauften neuen Modelle von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht mit dem automatischen Notrufsystem ausgerüstet werden. eCall löst für dich bei einem schweren Unfall automatisch die europaweit einheitliche Notfallnummer 112 aus und übermittelt den Standort deines Fahrzeugs an die nächstliegende Notrufzentrale. So wird dir geholfen, selbst wenn du selbst keine Hilfe mehr herbeirufen kannst.

 

·                                  Neue Marktwächter: 

·                                
Das Bundesverbraucherschutzministerium finanziert künftig die Marktwächter Finanzmarkt und Digitale Welt. Gemeinsam mit den Verbraucherzentralen wird der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) ab Februar 2015 die Märkte beobachten, um frühzeitig Missstände aufzudecken. Kostenfallen im Internet, verbotene Werbeanrufe und das Thema Datenklau sollen so schneller entdeckt werden. Ein Frühwarnsystem soll dann dich als Verbraucher rechtzeitig aufklären.

 

·                                 Neue Sanktionen bei Verkehrsverstößen im Ausland:

·                                
Großbritannien: Zum 2. März 2015 werden sehr niedrige Grenzwerte für Drogen wie Cannabis, Kokain oder Ecstasy eingeführt. Als Geldstrafe sind bis zu 5 000 Pfund und/oder eine Haftstrafe bis zu sechs Monaten vorgesehen. Zudem wird die Fahrerlaubnis für mindestens zwölf Monate entzogen.
Italien: Zum 1. Januar werden die Bußgelder für Verstöße im Straßenverkehr um ein Prozent teurer. Zudem treten 2015 – voraussichtlich Mitte des Jahres – unter anderem folgende neue Regelungen in Kraft: 

Lebenslanger Führerscheinentzug bei sehr schweren Verkehrsverstößen wie z.B.  Verursachung eines Unfalls mit Todesfolge unter Alkohol- und Drogeneinfluss

1.                                                       Einführung von „Rosa Parkzonen" für schwangere Frauen oder Frauen mit Kleinkindern

2.                                                       Roller und Kleinkrafträder mit einem Hubraum über 120 Kubikzentimeter dürfen künftig auch auf Autobahnen fahren

3.                                                       Parkbußen bei Parkzeitüberschreitung: Die Höhe der Buße soll sich künftig an der Dauer der Parkzeitüberschreitung orientieren

4.                                                       Fahrräder, Kleinkrafträder und Motorräder dürfen künftig auch für Busse reservierte Fahrspuren benutzen

 

 

Schweiz: Ab 1. Januar 2015 wird der "obligatorische Rückgriff" der Kfz-Haftpflichtversicherungen eingeführt, bei Schäden, die in angetrunkenem, fahrunfähigem Zustand oder durch zu hohe Geschwindigkeit verursacht wurden. Das bedeutet, dass die Haftpflichtversicherung zur Begleichung des Schadens auf dein persönliches Vermögen zurückgreifen darf und dich als Person in Regress nehmen darf, wenn du den Unfall durch betrunkenes Fahren oder ähnlich grobe Verstöße verursacht hast. Wieviel Geld sie von dir einfordern können, richtet sich nach deinem Verschulden und deinem Einkommen.

 


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20 Rechtsirrtümer im Straßenverkehr

 

Wer auffährt, hat Schuld. Oder doch nicht?

  
Bei vielen Autofahrern haben sich Denkweisen festgesetzt, die jeden Fahrlehrer zur Verzweiflung bringen würden. Wir klären über

20 Rechtsirrtümer im Straßenverkehr auf.

 

1. Radfahrer dürfen entgegen einer Einbahnstraße fahren

Ausnahmsweise ja. Und zwar dann, wenn das rote Einfahrtsverbotsschild ein Zusatzschild, wie abgebildet, hat. Hier dürfen Radler entgegen der Fahrtrichtung fahren. Autofahrer erkennen, dass ihnen ein Radler entgegenkommen kann, am blau-weißen Schild „Einbahnstraße“ mit dem Zusatzzeichen Rad plus zwei Pfeilen. Manchmal wird diese Regelung auch noch durch Fahrbahnmarkierungen hervorgehoben.
Radfahrer, die in verkehrter Richtung in Einbahnstraßen fahren, obwohl das nicht explizit freigegeben ist, müssen mit 20 € Strafe rechnen.

2. Nach einem Parkrempler genügt ein Zettel an der Windschutzscheibe

Stimmt nicht. Wer ein parkendes Fahrzeug anfährt, ist verpflichtet, den Geschädigten zu informieren, damit der seine Ansprüche geltend machen kann. Der Zettel mit der Adresse unter dem Scheibenwischer genügt nicht, weil er verloren gehen kann. Nach einem Parkrempler heißt es warten oder die Polizei informieren. Die wird entweder kommen und den Fall aufnehmen oder dich auf das nächste Polizeirevier bitten. 
Wer sich nicht daran hält, begeht Unfallflucht. Das ist eine Straftat, die auch zum Verlust des Versicherungsschutzes führen kann

3. Wer auffährt hat immer Schuld

Nicht unbedingt. Manchmal kann der Auffahrende einen Unfall gar nicht vermeiden, zum Beispiel wenn er von einem überholen den Auto vielleicht sogar absichtlich ausgebremst wird oder der Vordermann an einer roten Ampel rückwärts fährt. Was das Ganze schwer macht: Du mußt den ungewöhnlichen Unfallhergang beweisen – am besten durch Zeugen, die deine Version stützen können.

4. Bei Stau darf ich über den Pannenstreifen bis zur nächsten Ausfahrt fahren

Nein. Der Seitenstreifen ist Pannenfahrzeugen vorbehalten. Wer ihn zum schnelleren Vorankommen bei einem Stau nutzt, muss mit 75 € Bußgeld und zwei Punkten in Flensburg rechnen. Nur wenn die Spur explizit freigegeben wird, durch Polizeibeamte oder das -Zeichen 223.1 (Seitenstreifen befahren), gilt das nicht.

5. Betrunken Rad fahren hat keine Folgen

Stimmt nicht. Wer mit 1,6 Promille auf dem Fahrrad erwischt wird, begeht nicht nur eine Straftat. Mit diesem Wert muss er auch zusätzlich zu einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU). Und wer dort durchfällt, verliert seine Autofahr-Erlaubnis.

 

6. Auf Autobahnen muss ich mindestens 60 km/h fahren

Falsch. Autobahnen dürfen nur Fahrzeuge benutzen, die bauartbedingt schneller als 60 km/h fahren können. Wie schnell er unterwegs sein möchte, entscheidet jeder Fahrer nach Wetter und Verkehr selbst. Die Grenze liegt dort, wo andere durch langsames Fahren mutwillig behindert werden.

7. Unfall: Die Polizei klärt die Schuldfrage

Stimmt nicht. Die Polizei klärt bei einem Unfall lediglich, wer welche Verkehrsverstöße begangen hat, zum Beispiel an einem Stoppschild oder einer roten Ampel vorbeigefahren ist. Bei kleineren Sachschäden helfen die Beamten nur beim Austausch der Personalien. Unfälle mit Personenschaden müssen dagegen umfassend dokumentiert werden. Wer in welchem Umfang haftet, klärt die Versicherung bzw. ein Gericht. Dazu sollten alle Unfallbeteiligten den Hergang im eigenen Interesse möglichst gut mit Skizzen, Bildern und Zeugenaussagen belegen.

 

8. Radfahrer müssen auf dem Radweg fahren, wenn einer vorhanden ist

Nein. Radfahrer dürfen grundsätzlich zwischen Radweg und Fahrbahn wählen. Nur dort, wo entsprechende blaue Schilder mit Fahrrad (Zeichen 237, 240 und 241) aufgestellt sind, muss – wegen besonderer Gefahren – der Radweg benutzt werden. Wann eine Radwegbenutzung angeordnet werden kann, hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden (BVerwG, Az. 3 C 42.09)

 

9. Die Rettungsgasse wird gebildet, wenn Einsatzkräfte von hinten kommen

Stimmt nicht. Die Rettungsgasse muss schon gebildet werden, wenn der Verkehr stockt. Die Autos auf der linken Spur fahren ganz links, Fahrzeuge auf der rechten nach rechts. Bei dreispurigen Autobahnen wird die Gasse zwischen linker und mittlerer Spur gebildet (Foto). Der Pannenstreifen bleibt frei.

 

10. Haltestelle: Busse mit Warnblinker darf ich nicht überholen

Stimmt nicht. Nur wenn ein Bus mit eingeschalteter Warnblinkanlage an eine Haltestelle heranfährt, gilt für den nachfolgenden Verkehr Überholverbot. Sobald er steht, darf man vorbeifahren – mit Schrittgeschwindigkeit. Das bedeutet ca. 7 km/h. Diese Geschwindigkeit gilt bei einem Bus mit eingeschaltetem Warnblinker auch für den Gegenverkehr.

11. Bei schlechter Sicht müssen Autofahrer die Nebelschlussleuchte einschalten

Das stimmt so nicht. Leider ist vielen Autofahrern nicht klar, dass es für das Einschalten der Nebelschlussleuchte klare Vorgaben gibt: Sie darf nicht bei leichtem Nebel aktiviert werden, sondern erst, wenn die Sichtweite unter 50 Metern liegt. Das ist genau die Entfernung, die zwei Leitpfosten auf der Autobahn voneinander haben. Bei so schlechter Sicht ist es auch verboten, schneller als 50 km/h zu fahren. Übrigens: Eine Pflicht, die Nebelschlussleuchte unter den genannten Voraussetzungen anzuschalten, gibt es nicht. Der Autofahrer darf das selbst entscheiden.
Wer ohne Not bei guten Sichtverhältnissen die Nebelschlussleuchte einschaltet, muss mit 20 € Geldbuße rechnen, da andere Autofahrer durch das starke Licht extrem geblendet werden

12. Beim Reißverschlussverfahren müssen Autofahrer so früh wie möglich die Spur wechseln

Irrtum. Bei einer Fahrbahnverengung von zwei Spuren auf eine ordnen sich die Fahrzeuge abwechselnd hintereinander auf der weiterführenden Spur ein (Reißverschlussverfahren). Das Einfädeln erfolgt erst unmittelbar vor der Engstelle. Die Fahrer auf der wegfallenden Spur müssen wirklich bis ganz nach vorn fahren. Grund ist eine optimale Ausnutzung der Fläche, Rückstaus werden sonst noch länger.
Bei Unfällen sprechen Gerichte meist eine Teilschuld zu. Denn: Wer sich reindrängelt, verletzt seine Sorgfaltspflicht mindestens genauso, wie derjenige, der bewusst niemanden reinlässt

 

13. Ich darf die Hauptuntersuchung bis zu zwei Monate überziehen

Nicht unbedingt. Auch wenn die Überziehung der Hauptuntersuchung bei Pkw und Motorrädern in der Praxis erst nach zwei Monaten geahndet wird, zählt die Frist auf der HU-Plakette. Für Lkw und Busse gilt dieser Stichtag ohne Kulanz. 
Die HU-Überziehung kostet für Pkw und Motorräder 15 € bei mehr als zwei bis vier Monaten, 25 € bei mehr als vier bis acht

14. Querparken mit dem Smart ist erlaubt

Die meisten Gerichte sehen das anders. Laut § 12 Abs. 4 Straßenverkehrsordnung muss beim Einparken an den rechten Fahrbahnrand herangefahren werden – und zwar parallel zur Straße. Das gilt auch für den kurzen Smart.

15. Kleinkinder müssen immer auf dem Radweg fahren

Nein. Kinder müssen bis zum vollendeten achten Lebensjahr auf dem Gehweg radeln. Bis sie zehn Jahre alt sind, können sie sich frei zwischen Rad- und Fußweg entscheiden. Erst ab dann sind – je nach Beschilderung – Radweg oder Fahrbahn vorgeschrieben. Eltern, die ihre Kinder begleiten, dürfen hingegen nie auf dem Gehweg fahren. Tipp: Erste Erfahrungen mit dem Rad sollten Kinder zusammen mit Erwachsenen immer außerhalb des Straßenverkehrs machen.

16. Mit Flip-Flops oder barfuß Auto fahren ist grundsätzlich verboten

Nicht unbedingt. Du darfst grundsätzlich sowohl mit Flip-Flops, barfuß, mit hohen Stöckelschuhen oder jetzt im Winter sogar mit Schneestiefeln Auto fahren. Die Straßenverkehrsordnung verbietet das nicht ausdrücklich. Passiert allerdings ein Unfall, der auf das unpassende Schuhwerk zurückzuführen ist, droht Ärger mit der Versicherung.

 

17. Folgt man einer abknickenden Vorfahrt, muss man nicht blinken

Stimmt nicht. Die Verkehrsteilnehmer folgen in diesem Fall zwar der Vorfahrtsstraße, biegen aber gleichzeitig ab. Und ein Abbiegevorgang muss immer mit dem Blinker angezeigt werden. Fahrzeuge, die auf einer Kreuzung mit abknickender Vorfahrt geradeaus fahren, dürfen dagegen nicht blinken.

 

18. Die Lichthupe einsetzen bedeutet Nötigung

Nicht unbedingt. Die Lichthupe darf kurz betätigt werden, wenn man außerhalb geschlossener Ortschaften die Überholabsicht anzeigt oder andere Verkehrsteilnehmer vor einer Gefahr warnt. Aber aufgepasst: Wer mit Lichthupe zu dicht auffährt, begeht eine Nötigung.

19. Rechts darf nie überholt werden

Stimmt nicht. Innerorts dürfen Kfz bis 3,5 t auf mehrspurigen Straßen im Rahmen der erlaubten Geschwindigkeit auf der rechten Spur schneller fahren. Auch bei einem Stau auf der Autobahn oder bei zäh fließendem Verkehr dürfen Sie rechts flotter fahren als links.

 

20. Bei defekter Parkuhr darf ich unbegrenzt parken

Stimmt nicht. Wenn die Parkuhr oder der Parkscheinautomat defekt ist, darf man zwar kostenlos, aber nicht unbegrenzt parken. Voraussetzung ist, dass du eine Parkscheibe mit deiner Ankunftszeit ins Auto legst und dich an die angegebene Höchstparkdauer hältst.

 


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Punktereform und das neue Fahreignungsregister seit 01.05.2014

 

Am 1.Mai 2014  trat die sogenannte "Punktereform" in Kraft, das neue Fahreignungsregister (FAER) ersetzt beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg das Verkehrszentralregister, in das bisher die Punkte bei Verkehrsverstößen eingetragen wurden.


Maßnahmenstufen

Das FAER unterscheidet zwischen drei Maßnahmestufen.

·                                 Stufe Eins ist die „Ermahnung“.

Wenn du vier oder fünf Punkte in Flensburg gesammelt hast, erhältst du eine Ermahnung und wirst auf die neu eingeführten, freiwilligen Fahreignungsseminare hingewiesen. Durch die Teilnahme an so einem Seminar kannst du - einmal in fünf Jahren- einen Punkt abbauen.

·                                 Die „Verwarnung“ ist die Stufe zwei.

Du erreichst die Stufe "Verwarnung" bei sechs oder sieben Punkten im FAER. Du wirst dann erneut und schärfer schriftlich ermahnt und kannst ebenfalls ein Fahreignungsseminar besuchen, allerdings ohne Punkteabbau.

·                                 Stufe drei: Entziehung der Fahrerlaubnis

Bei acht oder mehr Punkten ist die dritte Stufe „Entziehung der Fahrerlaubnis“ erreicht. Dann ist dein Führerschein vorerst weg.

·                                 Vormerkung

Wenn du, drei oder weniger Punkte hast, bist du zwar schon vermerkt, jedoch wird das Amt noch keine Maßnahmen gegen dich einleiten. Du kannst aber dennoch dennoch freiwillig an einem der Fahreignungsseminare teilnehmen und so einen Punkt abbauen.

 

 

 

 

Diese Delikte werden u.a. mit der Punktereform teurer

 

Delikte, die bisher unter der neuen Eintragungsgrenze von € 60,- liegen und wegen ihrer Bedeutung für die Verkehrssicherheit weiterhin eingetragen werden sollen, werden teurer. Das sind z.Beispiel:

·                                 Fahren ohne Begleitung als 17jährige(r) von 50 € auf 70 €

·                                 Handyverstoß von 40 € auf 60 €

·                                 Winterreifenpflicht von 40 € auf 60 €

·                                 rechtswidriges Verhalten an Schulbussen von 40 € auf 60 €

·                                 rechtswidriges Verhalten an Schulbussen bei Gefährdung

·                                 von 50 € auf 70 €

·                                 Zeichen eines Polizeibeamten nicht befolgt von 50 € auf 70 €

·                                 Vorfahrtverstoß von 50 € auf 70 €

·                                 Fußgängergefährdung im Fußgängerbereich von 40 € auf 60 €

·                                 Fahren ohne Zulassung von 50 € auf 70 €

·                                 Verstoß gegen Ladungssicherungspflichten von 50 € auf 60 €

·                                 HU-Frist um mehr als 8 Monate überzogen von 40 € auf 60

 

 

Verstöße

bisher

neu

Fahrtenbuchauflage nicht erfüllt

50 €, 1 Punkt

100 €, keine Punkte

Einfahrt in Umweltzone ohne Plakette

40 €, 1 Punkt

80 €, keine Punkte

Handy am Steuer

40 €, 1 Punkt

60 €, 1 Punkt

innerorts zu schnell 21-25 km/h

80 €, 1 Punkt

80 €, 1 Punkt

innerorts zu schnell 26-30 km/h

100 €, 3 Punkte

100 €, 1 Punkt

innerorts zu schnell 31-40 km/h

160 €, 3 Punkte, 1 Monat Fahrverbot

160 €, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot

Rote Ampel bis 1 Sekunde

90 €, 3 Punkte

90 €, 1 Punkt

Rote Ampel länger als 1 Sekunde

200 €, 4 Punkte, 1 Monat Fahrverbot

200 €, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot

Abstand weniger als 2/10 des halben Tachowerts bei mehr als 130 km/h

320 €, 4 Punkte, 2 Monate Fahrverbot

320 €, 2 Punkte, 2 Monate Fahrverbot

Beleidigung im Straßenverkehr

1 Monatsgehalt, 5 Punkte

1 Monatsgehalt, keine Punkte

Mehr als 1,1 Promille Alkohol

1-2 Monatsgehälter, mindestens 6 Monate Führerscheinentzug, 7 Punkte

1-2 Monatsgehälter, mindestens 6 Monate Führerscheinentzug, 3 Punkte

 

 

 


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